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Kläranlagen

Mechanisch-biologische Kläranlage Grünau

In der Kläranlage Grünau wird eine Mischwassermenge von max. 470 l/s behandelt. Das Abwasser wird im Zulaufpumpwerk zunächst 8,5 m hochgefördert, von wo aus das Abwasser dann im freien Gefälle durch unterschiedliche Behandlungsstufen der Kläranlage bis in den Rhein fließt. In einer mechanischen Reinigung werden zunächst im Rechen Abwasserinhaltsstoffe > 8 mm entfernt, im kombinierten Sandfang, Öl/Fettfang durch Absetzen Sand und kleinere Steine bzw. durch Aufschwimmen Fette und Öle entfernt. Das Abwasser durchfließt anschließend das Vorklärbecken, in dem schwere organische Inhaltsstoffe absinken und leichte an die Oberfläche aufschwimmen. Das dadurch mechanisch vorgereinigte Abwasser gelangt nun in die Belebungsstufe. Dort finden die eigentlich wichtigen Abbauprozesse von Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphatverbindungen durch Mikroorganismen sowie Belüftung des Belebtschlammes statt.

Ca. 92 % der im Abwasser enthaltenen Stickstoffverbindungen werden auf diesem Weg durch Umwandlung zu Wasser und gasförmigem elementarem Stickstoff (Nitrifikation/Denitrifikation) entfernt. Phosphatentfernung findet sowohl durch Mikroorganismen auf biologischem Weg als auch auf chemischem Weg durch Zugabe von Fällmitteln statt. Ein Nachklärbecken dient zur Trennung von Schlamm und gereinigtem Abwasser. Das gereinigte Abwasser wird in den Rhein eingeleitet, der Belebtschlamm, der die Mikroorganismen enthält, wird wieder in den Prozess als Rücklaufschlamm zurückgeführt. Ein kleiner Teil wird maschinell vorentwässert, in Faultürmen mit dem Rohschlamm aus der Vorklärung zusammen bei ca. 38 °C ausgefault und in einer Kammerfilterpresse entwässert. Der entwässerte Schlamm wird thermisch verwertet. Das bei der Schlammfaulung entstehende Methangas wird in einem Blockheizkraftwerk verwertet. Der so erzeugte Strom wird in das Betreibernetz eingespeist und die Wärme zur Faulturm- und Gebäudeheizung genutzt.

Kläranlage Niedergladbach

Der Abwasserverband Oberer Rheingau ist zusätzlich als Betriebsführer für eine Kläranlage in Schlangenbad-Niedergladbach mit einer Ausbaugröße von 2.000 EW und 2 Regenüberlaufbecken und einem Kanalstauraum verantwortlich.

2013 wurde in der Kläranlage eine Jahresabwassermenge von 261.993 m³ behandelt und dabei fiel eine Klärschlammmenge von ca. 1.034 m³ an. Der hier anfallende Klärschlamm wird zum Teil einer landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt, der verbleibende Teil wird über die Kläranlage Grünau thermisch entsorgt.